Lymphödem und Ernährung

Tipps und Tricks im Alltag: Ernährung und Lymphödeme

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Lymphödem und Ernährung - was können Sie tun

Ernährung und Lymphödem

Es gibt keine spezielle Diät, die das Lymphödem direkt heilen kann. Dennoch zeigt die Forschung, dass eine gesunde Ernährung mit entzündungshemmenden Eigenschaften das Lymphsystem positiv unterstützen kann. Lebensmittel, die den Darm gesund halten und das Immunsystem stärken, sind dabei besonders vorteilhaft.

Entzündungshemmende Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus fettem Fisch wie Lachs, Leinsamen oder Walnüssen) sowie Antioxidantien (z.B. aus Beeren, grünem Blattgemüse und Nüssen) kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Diese Art der Ernährung fördert die Heilung und unterstützt den natürlichen Abbau von überschüssiger Flüssigkeit im Gewebe.

Der Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Immunfunktion: Der Darm spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Immunsystems. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten fördert eine gesunde Mikrobiota, was wiederum das Immunsystem stärkt und Entzündungen im Körper verringert. Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut oder Kefir können ebenfalls von Vorteil sein, da sie die guten Bakterien im Darm unterstützen.

Vitamin D – besonders im Winter wichtig: Vitamin D ist entscheidend für das Immunsystem und hilft dabei, Entzündungen zu regulieren. In den Wintermonaten, wenn der Körper weniger Sonnenlicht ausgesetzt ist, kann es sinnvoll sein, die Vitamin-D-Zufuhr zu erhöhen, entweder durch Lebensmittel wie fetten Fisch, Eier oder angereicherte Produkte oder durch Nahrungsergänzungsmittel – immer in Absprache mit einem Arzt. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel trägt dazu bei, die Immunantwort zu optimieren und das lymphatische System zu unterstützen.

Proteine und ausgewogene Nahrungsaufnahme: Auch wenn Eiweiße im Gewebe bei einem Lymphödem abgelagert werden, sollten Eiweiße nicht aus der Ernährung gestrichen werden. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Gewebeheilung und der Stabilisierung des Immunsystems. Achten Sie darauf, täglich ausreichende Mengen an hochwertigem Eiweiß aus pflanzlichen und tierischen Quellen zu sich zu nehmen.

Wasserhaushalt und Salzkonsum: Die richtige Flüssigkeitszufuhr bleibt wichtig, da sie den Körper unterstützt, überschüssiges Wasser auszuscheiden. Wasser, ungesüßter Tee und ungesüßter Kaffee sind ideale Optionen. Reduzieren Sie jedoch den Konsum von Salz, da zu viel Natrium das Speichern von Wasser im Gewebe begünstigt, was das Ödem verschärfen könnte.

Lymphödem-BMI: Ein nützliches Hilfsmittel zur realistischeren Gewichtseinschätzung

Für Menschen mit Lymphödemen kann der herkömmliche BMI (Body Mass Index) ungenau sein, da das zusätzliche Volumen durch das Lymphödem das Körpergewicht beeinflusst. Ein hoher BMI kann dadurch entstehen, dass das Lymphödem nicht berücksichtigt wird, was zu einer falschen Einschätzung des Körpergewichts führt.

Um eine realistischere Bewertung des Körpergewichts zu ermöglichen, empfehlen wir, das Gewicht des Lymphödems vom Gesamtgewicht abzuziehen und dann den BMI auf Basis des verbleibenden Körpergewichts zu berechnen. Das Gewicht des Lymphödems kann in Millilitern (ml) angegeben werden, da es direkt mit dem Volumen des betroffenen Gewebes zusammenhängt. Wenn dieses Gewicht vom Gesamtgewicht abgezogen wird, erhält man eine präzisere Grundlage für die BMI-Berechnung.

Zur Ermittlung des Lymphödem-Volumens bietet die Lymphödem Vereinigung Schweiz ein praktisches Online-Tool an, das unter der URL https://volumenmesstool.lv-schweiz.ch/ verfügbar ist. Hier können Lymphödem-Betroffene bis zu 22 Messwerte alle 4 cm Umfang messen, um das Lymphödem-Volumen in Millilitern (ml) zu berechnen. Diese präzise Messung liefert die Grundlage für die Berechnung des realistischen BMI und hilft, das tatsächliche Körpergewicht ohne das Volumen des Lymphödems besser einzuschätzen.

Lymphödem BMI Rechner