Lymphödem Vereinigung Schweiz

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Das Lymphödem

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Krankenkasse (Rezepte und Verordnungen)

Rezept/Verordnung für Kompressionsware

Bei einem Lymphödem ist die Kompressionstherapie eine sehr wichtige Therapieform. Eine Kompression kann mit Bandagierung oder Kompressionsstrümpfen erreicht werden, für den Alltag eigenen sich letztere aber viel besser. Es handelt sich dabei um massangefertigte flachgestrickte Kompressionsstrümpfe, welche in einem Orthopädiefachgeschäft oder in einem Sanitätshaus exakt angemessen werden.

Solche Strümpfe werden von Krankenkassen (abzüglich Franchise und Selbstbehalt) vergütet, sofern ein präzis formuliertes Rezept/eine Verordnung vom Arzt dazu vorhanden ist.

In der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) vom BAG (Bundesamt für Gesundheit) sind im 17. Kapitel diverse Kompressionstherapiemittel aufgelistet:

  • Unter den Punkten 17.01 – 17.05 findet sich konfektionierte Ware, das heisst, vorgefertigte und rundgestrickte Kompressionswaren, welche vorwiegend bei Venenleiden oder leichten Lymphödemen eingesetzt werden. Solche Strümpfe können auch in der Apotheke oder im Internet bezogen werden. Von solchen Strümpfen vergüten Krankenkassen maximal 2 Paar pro Jahr, was mit dem „L“ für Limitation gekennzeichnet ist.

  • Unter dem Punkt 17.10 sind Kompressionsbandagen-Massanfertigungen aufgelistet, welche vorwiegend der Therapie von Lymphödemen dienen.

    • Darunter sind die verschiedenen Kompressionswaren zu verstehen, welche alle mit einem Flachstrickverfahren nach Mass angefertigt werden. Durch die exakten Masse, die spezielle Stricktechnik und die hohe „Wandstabilität“ wird das Lymphödem möglichst im aktuellen Status gehalten, damit es sich nicht weiter ausdehnen kann.

    • Damit Krankenkassen die Kosten für solche Anfertigungen vergüten, benötigen sie ein Rezept/eine Verordnung vom Arzt. Auf dieser Verordnung muss das Produkt exakt beschrieben werden (Art des Strumpfes mit Kompressionsklasse) und ausserdem muss zwingend erwähnt sein, dass es sich um eine Flachstrickversorgung nach Mass handelt.

    • Wie auf der Mittel- und Gegenständeliste unter Punkt 17.10 ersichtlich ist, sind solche Kompressionsbandagen nicht limitiert, das heisst, Krankenkassen sind dazu verpflichtet, die Kosten für alle vom Arzt verordneten Versorgungen zu übernehmen (nicht nur zwei Paar pro Jahr).

Hier können Sie Vorlagen für solche Rezepte/Verordnungen (Arm/Bein) herunterladen. Diese Vorlagen dienen Ihnen und auch Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin als Orientierung. Sie können allenfalls auch direkt ausgefüllt und der Krankenkasse eingesandt werden, damit es von Seiten der Versicherungen zu keinen Missverständnissen kommen kann.

Kostengutsprache der Krankenkasse für:

a) die Erhaltungsphase

Damit das Lymphödem optimal durch einen Lymphtherapeuten behandelt werden kann, muss zuvor bei der Krankenkasse eine Langzeitverordnung – anders ausgedrückt eine Kostengutsprache für regelmässige manuelle Lymphdrainage – eingeholt werden.

Eine Kostengutsprache von der Krankenkasse ist einer Physiotherapieverordnung übergeordnet. Es ist daher essentiell, dass der ärztliche Bericht die exakte Diagnose enthält sowie alle nötigen Therapiemöglichkeiten aufzeigt. Auch die Verordnung für Lymphdrainage sollte klar und unmissverständlich formuliert sein. Die Behandlung sollte mit der Position 7311 angegeben werden, da es sich dabei um eine Behandlungsdauer von 45 Minuten handelt, was für eine umfängliche Lymphdrainage essentiell ist. (25 Minuten wie dies bei Position 7301 der Fall ist reichen für Lymphdrainage und Bandagierung nicht aus.)

Sämtliche Unterlagen werden dem Vertrauensarzt der Krankenkasse zur Prüfung eingereicht.

Eine gültige Kostengutsprache deckt in der Regel die Kosten für ein Jahr ‘Erhaltungsphase’ und könnte von der Krankenkasse wie folgt formuliert sein:

Aufgrund der unserem vertrauensärztlichen Dienst zur Verfügung stehenden Unterlagen bestätigen wir Ihnen die Übernahme der Lymphdrainage (Position 7311) für 1-2 Sitzungen pro Woche bis Ende Juni 20XX zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gemäss gültigem Tarif. Danach benötigen wir einen detaillierten Verlaufsbericht.

b) die intensive Behandlungsphase

Je nach Ausprägung des Lymphödems ist es nötig, intensive Behandlungsphase(n) von 2-3 Wochen zu beantragen. Bei der intensiven Behandlungsphase unterscheiden wir zwischen der ambulanten und der stationären Behandlung. Wann welche Form zum Zuge kommt entscheidet der Patient zusammen mit dem Facharzt.

Eine Krankenkasse muss (für die Prüfung ihrer Leistunspflicht und die richtige Abrechnung) zwingend wissen,

  • ob die Behandlung der Intensivphase ambulant oder stationär erfolgt.
  • wie lange die Intensivephase dauert ( in der Regel 2-3 Wochen).
  • wie oft pro Jahr eine intensive Behandlung vorgesehen ist.

Wichtig: eine normale Physiotherpie-Verordnung (9er PR) wie auch eine Verordnung für die Erhaltungsphase ist NICHT ausreichend für eine Intensivphase, da Intensivphasen zu völlig anderen Tarifen abgerechnet werden. Für eine Kostengutsprache einer intensiven Behandlungsphase benötigt die Krankenkasse vorgängig einen AUSFÜHRLICHEN ÄRZTLICHEN BERICHT DES BEHANDELNDEN ARZTES MITSAMT DEN OBEN ERWÄHNTEN ANGABEN ÜBER ART UND DAUER DER INTENSIVPHASE.

Eine gültige Kostengutsprache für die Intensivphase könnte von der Krankenkasse wie folgt formuliert sein:

Aufgrund der unserem vertrauensärztlichen Dienst zur Verfügung stehenden Unterlagen bestätigen wir Ihnen die Übernahme der Kosten der intensiven Entstauung während 2 Wochen (tägliche manuelle Lymphdrainage) im Rahmen Ihrer Anfrage zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gemäss gültigem Tarif.